Chronik einer Liebe, die es nie gab; Antonioni, Michelangelo

Titel:
Chronik einer Liebe, die es nie gab
Erzählungen

Erscheinungsjahr: 2012
2. Auflage der erweiterten Ausgabe, 165 Seiten
CHF 25.50

Antonionis poetische Prosaskizzen sind spielerische Versuchsanordnungen, kleine zufällige Begebenheiten oder Beobachtungen, in denen Filmsequenzen oder komplette Filme verborgen sind, mitunter auch das ganze Leben.
Ein Mann wirbt um eine Frau, jahrelang, an verschiedenen Orten, zu verschiedenen Zeiten – immer wenn sie ihn erhören will, macht er sich aus dem Staub. Oder: Ein Industrieller, der gerade mit seiner Frau Streit hat, ein ihnen kaum bekannter Schriftsteller und seine von ihrer Figur besessene Freundin, eine gelangweilte Dame mittleren Alters und ein Pilot mit kompliziertem Charakter brechen sonderbar heiter zu einer Reise auf. Die Maschine zerschellt in 1742 Meter Höhe. Oder: Eine Frau hat nach sechs Jahren ihren Geliebten verlassen und wundert sich, dass alle Freunde sie zu trösten versuchen. Was Antonionis scheinbar flüchtige Eindrücke miteinander verbindet, ist der filmische Blick: Eine kleine Geste, ein karger Dialog entwickeln sich in seiner
Imagination zu einer Geschichte, die vielleicht so oder auch anders ausgehen könnte. Sie fordern den äußersten Freimut des Lesers, der jederzeit das Buch zuklappen und einen eigenen Gedanken aufschlagen kann.