Das Marienbadspiel und ein Mercedes für Marjampole

Titel:
Das Marienbadspiel und ein Mercedes für Marjampole
Ein Bericht

Erscheinungsjahr: 2013
160 Seiten, broschiert
CHF 28.00

Ein bisschen sich ärgern, ein wenig in die Luft gehen, ein Kopfschütteln, das die Hirnzellen durcheinanderwirbelt ... das muss, darf und soll sein. Roger Monnerats literarisches Juwel fehlt auf der Shortlist des Schweizer Buchpreises 2013. Das ist traurig, traurig, traurig. Kein Wort über die fünf Nominierten. Tutto bene. Aber: »Das Marienbadspiel«, – zu verlieren habe ich ja nicht viel –, ist einer der besten Schweizer Belletristiktitel der letzten Jahre. Roger Monnerat einer der interessanten Schriftsteller seiner Generation. Ignoriert, ausgelassen, als Entdeckung künfigen Generationen überlassen. Roger Monnerats Paraphrase auf Flauberts »Bouvard und Pécuchet« ist ein litrarisch anspruchsvolles, politisch und zeitgeschichtlich relevantes, und die Idee Europa betreffend hochaktuelles Kleinod. Die amour fou zwischen den Protagonisten René Dubois und Luca Pelli einerseits und den Marienbader Zwillingsschwestern Anna und Olga, ein Intermezzo, das muss ihm erst einmal einer nachmachen.
Eine einzige von vielen Zuschriften zitiere ich hier: »Das ist wirklich mehr als nur ein "Sprachspiel" und eine "Schelmerei". Ich finde es grossartig, wie die beiden Protagonisten im Gespräch, scheinbar beiläufig, grosse Themen und Fragen unserer Kultur, Geschichte und Bestimmung so erstaunlich schlagend diskutieren. Das ist grosse Kunst - sprachlich und inhaltlich - im unscheinbaren Format!« (Burkhard Varnholt)
Lest Roger Monnerats feines Buch, auf dass ihr nicht eines Tages sagen müsst: Wieso hat uns niemand auf dieses Juwel hingewiesen. Amen.