Lösch, Conny (Übers.)

Rip It Up And Start Again
Schmeiss alles hin und fang neu an: - Postpunk 1978-1984

Verlag: Hannibal Verlag GmbH / Erscheinungsjahr: 2007 / 575 S. / Fester Einband / H24.3 cm x B16.8 cm x D5.4 cm 1'148 g

Klappentext

Auf rund 600 Seiten stellt Simon Reynolds Bands und Musiker vor, die auf ganz unterschiedliche Weise das Rad der Musikkultur neu erfanden: Public Image Limited, The Buzzcocks, Devo, Pere Ubu, The Pop Group, The Slits, Scritti Politti, Gang Of Four, Joy Division, Wire, Talking Heads, The Fall, Robert Wayatt, The Specials, Cabaret Voltaire, Throbbing Gristle, The Human League, ABC, Art Of Noise und Frankie Goes To Hollywood, um nur einige zu nennen. Im Sommer 1976 explodierte Punk - und zwei Jahre später waren nur noch Rauchwolken und ein Häufchen Asche übrig. Johnny Rotten fragte beim letzten Konzert der Sex Pistols spöttisch ins Publikum: "Schon mal das Gefühl gehabt, verarscht worden zu sein?". Damit brachte er die Enttäuschung und Verbitterung vieler Protagonisten und Fans der folgenreichsten Kulturrevolution der Siebzigerjahre auf den Punkt. Hier setzt Simon Reynolds an. In "Rip It Up And Start Again" nimmt er jene Musikgeneration unter die Lupe, für die das Ende von Punk ein Anfang war. Viele von ihnen hatten die Kunsthochschule besucht und kannten sich nicht nur in Musik, sondern auch in Literatur, Philosophie und Theater aus. Anders als die Punks vor ihnen fürchteten sie sich nicht vor tanzbaren Grooves, hatten keine Angst vor Synthesizern und scheuten einzig und allein die Konventionen des Rock. Sie wollten sich keiner Bewegung unterordnen, sondern bildeten ihre jeweils eigene. Während die Politik weltweit nach rechts rückte und das Orwell-Jahr 1984 bedrohlich nahe rückte, verweigerten sich die Vertreter des Postpunk der rockistischen Herz-Schmerz-Lyrik und beschrieben die Trostlosigkeit der ehemals blühenden Industriestädte. Sie wetterten gegen Rassismus oder besangen Jacques Derrida. Indem sie sich nicht nur auf die Musik beschränkten, gelang ihnen der Entwurf einer echten Gegenkultur: Sie organisierten sich selbst und setzten den Do-It-Yourself-Gedanken endlich in die Tat um. Bands und Fanzines schossen wie Pilze aus dem Boden; es entstand ein Netzwerk aus unabhängigen Studios, Labels und Vertrieben. Simon Reynolds behauptet daher: Das Versprechen von Punk wurde erst mit Postpunk eingelöst. Doch auch einem neuen Begriff von Pop wurde der Weg geebnet. Bands, die einst in der Absicht angetreten waren, das kommerzielle System von innen zu verändern, gingen im Mainstream auf, und der Erfolg ließ ihre Träume platzen.

Zur Autorin / Zum Autor

Simon Reynolds, 1963 in London geboren, war von 1986 bis 1990 Redakteur der englischen Musikzeitschrift Melody Maker. Ein Buch mit seinen Texten aus jener Zeit erschien 1990 unter dem Titel "Blissed Out: The Raptures Of Rock". Seit 1994 lebt Reynolds im East Village in Manhattan. Er schreibt für Zeitungen und Zeitschriften wie New York Times, Village Voice, Spin, The Guaridan, Rolling Stone, The Observer, Artforum, The Wire und Uncut. 1995 erschien das Buch "The Sex Revolts: Gender, Rebellion & Rock'n'Roll", das er zusammen mit seiner Frau Joy Press schrieb; 1998 folgte "Generation Ecstasy: Into World Of Techno And Rave Culture In America". Seit Ende 2002 betreibt Reynolds im Internet seinen Blissblog.