Telegramm

Mitsommernachtssonne

So gleiten wir Tag um Tag immer weiter der Sonne entgegen, der Sonne, die vierundzwanzig Stunden über den Horizont rollt und uns jenes Licht spendet, das wir brauchen, um all die Bücher zu lesen, die uns dazu verlocken die Nacht zum Tag zu machen. John Burnside hat einen Roman darüber geschrieben, der zur Zeit vergriffen, aber ab August wieder lieferbar sein wird: »In hellen Sommernächten«.

Der Innerschweizer – Pflicht- und Lustlektüre

Es gibt nicht viele Bücher, die auf 720 Seiten dem Leser, der Leserin jene Achterbahnfahrt der Gefühle beschert, um die es bei toller Literatur immer geht. Der Roman des 50-jährigen Basler Autors Urs Zürcher zählt zu diesen Genüssen. 10 Jahre Geschichte (1979-1989) in Tagebuchform am Tisch einer WG verhandelt, solcherart, dass sie uns mitreisst, die Jahre erzählt, wie sie waren, aber noch mehr, wie sie auch hätten sein können, dazwischen Gott und die Welt, die Liebe und die Poesie, Küche und Matratze, Utopie und Niedertracht verhandelt. Ganz, ganz grosses Kino. Unbedingt lesen.